Bedarf im Detail

In der Netzregion Ostholstein - östlich der Gemeinde Lütjenburg und der Stadt Neumünster sowie nördlich von Lübeck und Bad Schwartau - stehen mittlerweile Windräder, die rund 410 MW (Stand März 08) Strom erzeugen können. In den nächsten Jahren wird auch weiterhin ein Zuwachs erwartet. Es werden einerseits neue Windkraftanlagen gebaut, andererseits aber auch alte Anlagen durch neu, leistungsstärkere ersetzt (Repowering). Auch ein Offshore-Testfeld in der Lübecker Bucht wird in das 110-kV-Netz in Ostholstein einspeisen. Dadurch wird 2010 mit einer Windkraftleistung von etwa 700 MW in der Netzregion Ostholstein gerechnet. Da der Stromverbrauch der Region weit unter diesen Werten liegt, muss bei starkem Wind schon heute - und in Zukunft noch in weitaus größerem Umfang - Strom in die verbrauchsstarken Gebiete geleitet werden.

Netzausbau für Ostholstein

Bereits heute übersteigt die installierte Leistung der Windenergieanlagen die maximale Netzkapazität in Ostholstein. Ohne Netzausbau führt diese Situation zu Beschränkungen der Windenergieerzeugung. Das heißt bei starkem Wind und hoher Windeinspeisung müssen bestimmte Windenergieanlagen gedrosselt werden, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden.

Bis 2010 wird voraussichtlich etwa 400 MW mehr Windkraftkapazität installiert sein als mit den heutigen Hochspannungsleitungen abtransportiert werden kann. Um diese Lücke zu schließen, plant E.ON Netz den Bau einer rund 50 km langen 110-kV-Freileitung zwischen Lübeck und Göhl.