Bedarf im Detail
In der Netzregion Dithmarschen - westlich der Städte Rendsburg und Itzehoe sowie nördlich von Ostermoor und südlich von Husum - stehen mittlerweile Windräder, die rund 565 Megawatt (MW) Strom erzeugen können. In den nächsten Jahren wird auch weiterhin ein Zuwachs erwartet. Es werden einerseits neue Windkraftanlagen gebaut, andererseits aber auch alte Anlagen durch neue, leistungsstärkere ersetzt. Dadurch wird 2010 mit einer Windkraftleistung von etwa 850 MW in der Netzregion Dithmarschen gerechnet. Da der Stromverbrauch der Region weit unter diesen Werten liegt muss bei starkem Wind schon heute - und in Zukunft noch in weitaus größerem Umfang - Strom in die verbrauchsstärkeren Gebiete geleitet werden. Bislang geschieht dies über zwei 110-kV-Leitungen zwischen Heide und Ostermoor sowie Heide und Itzehoe.
Netzausbau für die Region
Auch durch die stärkere Auslastung der bestehenden Leitungen durch Freileitungs-Monitoring reicht die Netzkapazität nicht aus. Derzeit ist die vorhandene Übertragungskapazität um etwa 130 MW geringer als die maximale Einspeisung der Windenergieanlagen. Dieses Defizit kann gegenwärtig nur durch das so genannte Erzeugungsmanagement aufgefangen werden. Bei starkem Wind und hoher Windeinspeisung müssen bestimmte Windenergieanlagen gedrosselt werden, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden.
Bis 2010 wird voraussichtlich etwa 490 MW mehr Windkraftkapazität installiert sein als mit den heutigen Hochspannungsleitungen abtransportiert werden kann. Um diese Lücke zu schließen, plant E.ON Netz den Bau einer rund 32 km langen 110-kV-Freileitung zwischen Heide und Pöschendorf. Damit wird die sichere Übertragungskapazität in Dithmarschen von rund 385 MW auf rund 1000 MW erhöht und ein sicherer Netzbetrieb weiterhin gewährleistet.
