Bedarf im Detail
In der Netzregion Nordfriesland - westlich der Städte Flensburg und Rendsburg und nördlich von Husum - stehen mittlerweile Windräder, die mehr als 840 Megawatt (MW) Strom erzeugen können. In den nächsten Jahren wird auch weiterhin ein starker Neubau von Windkraftanlagen erwartet. Es werden einerseits neue Windkraftanlagen gebaut, andererseits aber auch alte Anlagen durch neue, leistungsstärkere ersetzt. Dadurch wird 2010 mit einer Windkraftleistung von fast 1.000 MW in der Netzregion Nordfriesland gerechnet. Da der Stromverbrauch der Region weit unter diesen Werten liegt, muss bei starkem Wind schon heute - und in Zukunft noch in weitaus größerem Umfang - Strom in die verbrauchsstärkeren Gebiete geleitet werden. Bislang geschieht dies über zwei 110-kV-Leitungen zwischen Niebüll und Flensburg sowie Husum und Audorf. Ihre ausfallgesicherte ("n-1-sichere") Übertragungskapazität von 310 MW reicht aber längst nicht mehr aus. Auch durch die stärkere Auslastung der bestehenden Leitungen durch Freileitungs-Monitoring reicht die Netzkapazität in Nordfriesland nicht aus.
Netzausbau für die Region
Derzeit ist die vorhandene Übertragungskapazität um 250 MW geringer als die maximale Einspeisung der Windenergieanlagen. Dieses Defizit kann gegenwärtig nur durch das so genannte Erzeugungsmanagement aufgefangen werden. Bei starkem Wind und hoher Windeinspeisung müssen bestimmte Windenergieanlagen gedrosselt werden, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden.
Bis 2010 wird voraussichtlich 670 MW mehr Windkraftkapazität installiert sein als mit den heutigen Hochspannungsleitungen abtransportiert werden kann. Um diese Lücke zu schließen, plant E.ON Netz den Bau einer etwa 27 km langen 110-kV-Freileitung zwischen Breklum und Flensburg. Damit wird die sichere Übertragungskapazität in Nordfriesland von 310 MW auf über 1.000 MW erhöht und somit ein sicherer Netzbetrieb weiterhin gewährleistet.
